"Grossereignis" auf dem Gelände der Chemiewehrschule

Aus unbekannten Gründen gerieten gestern kurz nach 17 Uhr auf dem Gelände der Zofinger Chemiewehrschule Fässer mit einer brennbaren Flüssigkeit in Brand. Als Folgeereignis schlug eine Druckflasche mit Salzsäure leck und es wurden grosse Mengen Salzsäuredämpfe freigesetzt.

In unmittelbarer Umgebung und in den angrenzenden Gebäuden befanden sich zum Zeitpunkt des Ereignisses rund 20 Personen, die bei dem Unfall durch freigesetzte Chemikalien verunreinigt wurden. Da durch die Hitzeentwicklung mehrere Lagerfässer barsten, trugen einige Patienten zudem schwere Verletzungen durch fliegende Teile davon, andere verletzten sich bei Stürzen. Die meisten waren gehunfähig und konnten sich nicht mehr selbst aus dem Gefahrenbereich retten.


Das Ereignis erforderte einen Grosseinsatz; aufgeboten wurden (und trafen auch ein): Chemiewehr Siegfried und Chemiewehrschule Zofingen, Ausbildungsteilnehmer und Mitarbeiter des Emergency-Schulungszentrums Zofingen, Stützpunktfeuerwehr Zofingen, Betriebsfeuerwehr Ringier Zofingen, Rettungsdienste der Spitäler Zofingen, Aarau, Baden, Olten, Langenthal und Sursee, Samaritervereine Zofingen und Oftringen, Mobile Sanitätshilfsstelle des Kantons Aargau, Rega, Einsatzleitstelle 144 des Kantons Aargau sowie die Stadtpolizei Zofingen.


Unfälle mit gefährlichen Stoffen stellen sehr hohe Anforderungen an die beteiligten Einsatzkräfte. Bei einem Ereignis mit grossen Verletztenzahlen und erheblichen Sachschäden wird die Ereignisbewältigung schnell zu einer äusserst schwierigen Aufgabe wie die gestrige Übung eindrücklich bewies. Dank des hohen Sicherheitsstandards sind solche Unfälle in der Schweiz sehr selten, doch sie müssen gleichwohl immer wieder geübt werden. In einem solchen Fall müssen nämlich die unterschiedlichsten Formationen der Wehr- und Notfalldienste miteinander kompetent zusammenarbeiten. Nur gemeinsame Trainings in Form von koordinierten Übungen geben die Gewähr für die Bewältigung eines Ernstfalles. (Text Kurt Blum, ZT)

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